Trotz lautstarker Unterstützung aus Bernau reichte es am Samstagabend nicht für einen Auswärtssieg: LOK Bernau musste sich bei der Rostock Seawolves Academy mit 82:90 geschlagen geben. Ungefähr 100 mitgereiste LOK-Fans sorgten mit Trommeln und Gesängen für echte Heimspiel-Atmosphäre in der Rostocker Halle, doch am Ende behielten die Gastgeber erneut die Oberhand.
Der Fanclub war mit sechs Trommeln angereist und versuchte über die komplette Spielzeit hinweg, die Mannschaft nach vorne zu peitschen. Einsatz, Wille und Unterstützung waren da – das Ergebnis leider nicht.
1. Viertel – Rostock setzt früh den Ton
Die Gastgeber starteten mit hohem Tempo in die Partie und übernahmen direkt die Kontrolle. Vor allem von außen zeigte sich Rostock früh brandgefährlich: Fünf getroffene Dreier im ersten Viertel stellten die Bernauer Defense vor große Probleme.
LOK Bernau verteidigte insgesamt ordentlich, hatte aber große Schwierigkeiten, den eigenen Rhythmus in der Offensive zu finden. Unter dem Korb verteidigte Rostock sehr physisch, von außen fiel bei Bernau zu wenig.
Ein Lichtblick: Von der Freiwurflinie blieb LOK im Spiel und erzielte fünf Punkte durch Freiwürfe, während Rostock in diesem Viertel keinen einzigen Freiwurf zugesprochen bekam.
Kurz vor Viertelende versuchte Meo Martin mit einem Dreier noch den Ausgleich zu erzielen, doch der Wurf kam zu spät und wurde nicht mehr gezählt.
👉 Zwischenstand nach dem 1. Viertel: 25:22 für Rostock
2. Viertel – LOK kämpft sich zurück
Im zweiten Abschnitt fand Bernau besser ins Spiel. Mit mehr Geduld im Aufbau und einfachen Abschlüssen kam der Ball besser durch die eigenen Reihen. Die Teamarbeit funktionierte sichtbar besser, das Spiel wurde ausgeglichener.
Der Lohn: Kurz vor der Halbzeit übernahm LOK Bernau erstmals die Führung. Akim-Jamal Jonah traf per Korbleger, direkt danach setzte Shawn Scott II mit einem Steal ein wichtiges Defensiv-Zeichen. Rostock bekam keine Gelegenheit mehr, vor der Pause erneut vorzulegen.
👉 Halbzeitstand: 43:44 für LOK Bernau
3. Viertel – Hoffnung lebt
Nach der Pause blieb Bernau leicht im Vorteil. Die Fans merkten: Dieses Spiel ist noch lange nicht verloren. LOK sammelte Punkt für Punkt, konnte sich aber nie entscheidend absetzen.
Rostock blieb stets in Schlagdistanz, atmete Bernau förmlich im Nacken. Jeder kleine Fehler wurde sofort bestraft, ein größerer Lauf wollte nicht gelingen.
👉 Zwischenstand nach dem 3. Viertel: 68:61 für Rostock
4. Viertel – Der Knackpunkt
Das Schlussviertel wurde LOK Bernau zum Verhängnis. Zu viele Ballverluste, zu wenig defensive Stabilität und vor allem eine hohe Foulbelastung brachten die Gastgeber immer wieder an die Freiwurflinie.
Rostock nutzte diese Phase konsequent und entschied das Viertel klar für sich: 29:14 lautete das Ergebnis im letzten Abschnitt. Der Rückstand war nicht mehr aufzuholen.
👉 Endstand: 90:82 für die Rostock Seawolves Academy
Statistik
Ein Blick auf die Teamstatistiken zeigt deutlich, wo die entscheidenden Unterschiede lagen – und warum dieses Spiel trotz Kampfgeist und Phasen guter Defense verloren ging.
Wurfquoten
LOK Bernau hatte große Probleme aus der Distanz:
-
3-Punkte-Würfe: 3 von 19 (16 %)
-
2-Punkte-Würfe: 28 von 57 (49 %)
-
Feldwürfe gesamt: 31 von 76 (41 %)
Rostock zeigte sich vor allem von außen deutlich treffsicher:
-
3-Punkte-Würfe: 11 von 35 (31 %)
-
2-Punkte-Würfe: 17 von 32 (53 %)
-
Feldwürfe gesamt: 28 von 67 (42 %)
Besonders auffällig und in dieser Saison nahezu einmalig:
👉 Rostock erzielte 18 Dreier-Punkte bei nur 8 erfolgreichen Zweipunktwürfen.
Ein extrem ungewöhnliches Verhältnis, das zeigt, wie stark die Seawolves Academy von außen agierte und warum Bernau defensiv immer wieder unter Druck stand.
Freiwürfe
Von der Linie war LOK Bernau stabil:
-
LOK Bernau: 17 von 19 (89 %)
-
Rostock: 23 von 28 (82 %)
Gerade in der ersten Halbzeit hielten die Freiwürfe Bernau im Spiel und sorgten dafür, dass der Rückstand nie zu groß wurde.
Rebounds & physische Präsenz
-
Rebounds gesamt:
– Rostock: 43
– LOK Bernau: 44 -
Defensive Rebounds:
– Rostock: 25
– LOK Bernau: 25 -
Offensive Rebounds:
– Rostock: 18
– LOK Bernau: 19
Unter den Körben war die Partie also nahezu ausgeglichen – ein weiterer Hinweis darauf, dass nicht die Physis, sondern vor allem die Trefferquote den Ausschlag gab.
Ballverluste & Fouls
-
Turnover:
– Rostock: 16
– LOK Bernau: 16 -
Fouls:
– Rostock: 19
– LOK Bernau: 22
Gerade im Schlussviertel kosteten die zusätzlichen Fouls Bernau wertvolle Zeit und brachten Rostock mehrfach an die Freiwurflinie.
Blocks & Steals
-
Blocks:
– Rostock: 5
– LOK Bernau: 0 -
Steals:
– Rostock: 11
– LOK Bernau: 7
Auch hier zeigt sich der aggressive Stil der Gastgeber, der LOK immer wieder zu schwierigen Abschlüssen zwang.
Topscorer LOK Bernau
-
#8 Shawn Scott II – 19 Punkte, 3 Rebounds, 2 Steals
-
#22 Nevio Bennefeld – 12 Punkte, 6 Rebounds
-
#18 Meo Martin – 11 Punkte, 3 Assists, 4 Rebounds, 2 Steals
-
#34 Akim-Jamal Jonah – 10 Punkte, 10 Rebounds (Double Double), 2 Steals

„Ich fühle mich endlich wieder wie ich selbst – aber es wäre natürlich noch viel besser mit einem Sieg gewesen. (Orig.: I finally feel like myself again, but it would be way better with a win.)“
Nach dem Spiel zeigte er sich dennoch selbstkritisch:
„Ich denke, wir haben heute defensiv nicht gut genug gespielt. Wir dürfen einem Team nicht erlauben, so viele Punkte gegen uns zu erzielen. (Orig.: I think we did not play good enough defense today. We cannot allow this team to score this many points against us.)“
Topscorer Rostock Seawolves Academy
-
#14 Jonas Zilinskas – 20 Punkte, 7 Rebounds, 2 Assists
-
#10 Matthes Tilsen – 17 Punkte, 14 Rebounds, 5 Steals (Effizienz 32!)
-
#6 Luis Wulff – 16 Punkte, 4 Assists, 4 Rebounds, 2 Steals
-
#20 Bruno Loll – 14 Punkte, 12 Rebounds (Double Double)
Tabellenlage
Durch die Niederlage rutscht LOK Bernau vom 2. auf den 3. Tabellenplatz der ProB Nord.
Die Itzehoe Eagles stehen mit 12 Siegen nun verdient auf Rang zwei, Bernau folgt mit 11 Siegen.
Rostock bleibt trotz des Erfolgs mit 7 Siegen und 9 Niederlagen auf Platz 11.
Headcoach Dan Oppland ordnete die Partie nach Spielende ein:
„Wir haben heute wieder gegen Rostock verloren, und dieses Spiel war für uns insgesamt sehr schwierig. Rostock hat mit sieben Spielern gescort, davon fünf zweistellig – das zeigt, wie breit sie aufgestellt sind. Genau das hat uns heute sehr wehgetan.
Trotzdem hatten wir aus meiner Sicht Chancen, dieses Spiel zu kontrollieren oder sogar zu drehen. Unsere Defense war phasenweise wirklich stark, das war gut. Aber insgesamt hatten wir zu viele Ungenauigkeiten in unserem Spiel. Unsere Dreier haben nicht funktioniert, und dann wird es immer schwer. Das ist keine Ausrede – wir müssen auch Wege finden, Spiele zu gewinnen, wenn wir von außen nicht treffen.
Am Ende war es ein harter Kampf, aber wir haben erneut 90 Punkte gegen diese Mannschaft zugelassen. Das ist einfach zu viel. Trotzdem Glückwunsch an Rostock.“
Danke, Fans!
Ein riesiges Dankeschön geht an die fast 100 LOK-Fans, die sich trotz widriger Wetterprognosen auf den Weg nach Rostock gemacht haben. Eure Unterstützung, Lautstärke und Leidenschaft haben Eindruck hinterlassen – ihr seid ein echter Faktor!
Ausblick
📍 Nächstes Heimspiel
🗓 Samstag, 17. Januar, 19:00 Uhr
🆚 Itzehoe Eagles (Tabellenzweiter)
📍 Sparkassen-Arena Bernau
🎟 Tickets: jetzt sichern und dabei sein!




Headcoach Dan Oppland ordnete die Partie nach Spielende ein:
Comments 2
Das Spiel hat aber auch gezeigt, wie wichtig Anthony Watkins ist und was passiert, wenn er mal fehlt.
Author
Danke für deinen Kommentar 🙏
Für uns sind alle Spieler gleich wichtig und jeder bringt seine Qualitäten ins Team ein.
Anthony Watkins stand übrigens auch in diesem Spiel auf dem Feld. Am Ende gewinnt und verliert man immer gemeinsam – als Team. 💛🖤