Im Brandenburg-Derby gegen den RSV Eintracht Stahnsdorf musste sich der SSV Lok Bernau am Samstagabend nach zwei Verlängerungen 96:104 geschlagen geben. Die Lok-Basketballer hatten den Stahnsdorfern dabei alles abverlangt und den Matchball zweimal selbst in der Hand. Bester Bernauer war Jermale Jones, der 29 Punkte erzielte.
Es war das spannendste und lauteste Lok-Heimspiel der laufenden Saison in der 2. Basketball-Bundesliga ProB. Headcoach Axel Rüber wird dieses Spiel sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Er musste die gesamte Schlussphase sitzend mit schmerzverzehrtem Gesicht verfolgen. Nach einer Jubelbewegung kugelte sich der Lok-Trainer das rechte Schultergelenk aus.
Die 430 Zuschauer erlebten eine aufopferungsvoll kämpfende Bernauer Mannschaft, die nach einem völlig verschlafenen Spielbeginn im ersten Viertel 12:24 ins Hintertreffen geriet. Stahnsdorf fand über Keoni Watson, Kellen Williams und Thomas Schoeps immer wieder den erfolgreichen Abschluss. Nach Umstellung der Defensive fand die Lok wieder zurück in die Erfolgsspur und konnte das Spiel kontrollieren. Dem RSV gelangen im zweiten Spielabschnitt nur zwei Feldkörbe, insgesamt endete das Viertel nach einem Buzzerwurf von Viktor Mier 24:9 für Bernau. „Wir konnten durch gute Verteidigung das Spiel schnell machen. In der Offensive konnten bei uns mehrere Spieler Akzente setzen. Besonders erfreulich war natürlich, dass sich Viktor Mier nach seiner langen Verletzungspause nahtlos einfügen konnte“, analysierte Co-Trainer Ingo Lösche nach dem Spiel.
Mit einem 36:33 startete das dritte Viertel, in dem Stahnsdorfs Keoni Watson zur Höchsform auflief. 14 Punkte gelangen dem quirligen US-Guard, der immer wieder mit schnellem Zug den Bernauer Korb attackierte. Durch etliche Ballverluste geriet nun auch die Bernauer Offensive ins Stocken, dass sich die Stahnsdorfer nach der höchsten Bernauer Führung (49:40, 24. Minute) mit einem 12:0-Lauf wieder in Front brachten. Das 65:58 zur Viertelpause besiegelte Keonie Watson mit einem Wurf aus vollem Lauf von der Mittellinie. Im Schlussviertel zeigten die Bernauer Korbjäger noch einmal eine gute Defense, die allein im vierten Abschnitt neun Ballverluste auf Stahnsdorfer Seite zur Folge hatte. Dominique Klein , Martinis Woody und Jermale Jones erzwangen offensiv den 78:78 Ausgleich bis zur 40. Minute. Jones selbst hätte das Spiel mit einem letzten Angriff entscheiden können. Der Ball fiel allerdings nicht durch das Netz.
Die erste Verlängerung von fünf Minuten brachte noch keine Entscheidung. Wieder hatte Jermale Jones beim Stand von 88:88 den entscheidenden Wurf auf der Hand, den er unter unüberhörbarem Raunen der mitfiebernden Bernauer Fans verfehlte. In der zweiten Verlängerung ging den Bernauern die nötige Konzentration verloren. Zwar konnten Dennis Langer und Felix Schekauski die Lok noch einmal in Führung schießen (93:90, 47. Minute), von da an behielten aber die brandenburgischen Gäste die Nerven und die Oberhand. Daran konnten am Ende auch taktische Fouls nichts mehr ändern. Auch das vierte ProB-Derby zwischen dem SSV Lok Bernau und dem RSV Stahnsdorf geht am Ende an die Teltower. 96:104 lautete der Endstand, den die Mannschaft von RSV-Trainer Vladimir Pastushenko mit den angereisten Fans feiern konnte.
Das nächste Heimspiel des SSV Lok Bernau gibt es am übernächsten Wochenende gegen die BSV Münsterland Baskets Wulfen. Am kommenden Samstag reisen die Bernauer Korbjäger zum SC Rist Wedel.
Viertelstände: 12:24, 36:33, 58:65, 78:78
Verlängerung: 88:88, 96:104
SSV Lok Bernau: Jermale Jones (29 Punkte), Martinis Woody (18), Felix Schekauski (13), Dennis Langer (8), Dominique Klein (8), Sebastian Trzcionka (7), Marcus Dathe (6), Viktor Mier (5), Friedrich Lotze (2), Alexander Pankonin (dnp)
RSV Stahnsdorf: Watson (36 Punkte), Thomas Schoeps (23), Williams (17), Mackeldanz (12), Jorch (6), Modersitzki (4), Haucke (2), Bennett (2), Lange (2), Neubauer (0), Treml (dnp), Boekstegers (dnp)








